Natives Olivenöl extra und seine richtige Verwendung


Mittel- und Nord-Europäer sind noch immer recht unsicher darin, wie man Olivenöl in der Küche ideal verwendet. In den Mittelmeerländern wird naturbelassenes natives Olivenöl extra seit jeher zum Kochen, Braten wie Schmoren genutzt. Es ist sowohl in ernährungswissenschaftlicher Hinsicht als auch vom geschmacklichen Aspekt her bestens als Kochfett geeignet. Gerade beim Dünsten und Braten gibt das würzige Aroma eines guten Olivenöls den Speisen erst die besondere Note.
Die griechische Küche bietet wohl kaum ein Rezept ohne Olivenöl. Es ist ein Muss in quasi allen Speisen und so selbstverständlich wie die Zugabe von Salz.

Hier ein Link für eine Webseite mit hervorragenden griechischen Rezepten:
Griechische Rezepte

Vorspeisen mit Olivenöl:

ChortaOb Tsatsiki oder Bauernsalat, ob Auberginen-Mus oder "Chorta" (die verschiedenen Sorten an gekochten Wildblättern wie "Wlíta", "Radíkia" etc.), ob gegrillter Oktapus oder Sardinen - nichts von alledem und seinesgleichen kommt ohne einen gehörigen Schuss an gutem nativem Olivenöl extra aus, wenn es denn wirklich und d.h. griechisch schmecken soll. In den Bauernsalat gehört so viel davon hinein, dass man mit Stücken an Weißbrot auf der Gabel zwischen den Tomaten und Gurken und Zwiebeln herumtunken kann, auf dass die sich vollsaugen mit dem köstlichen Gemisch aus dem Inneren der Tomaten und dem Öl - welch ein Genuss! Auch das Chorta sollte nahezu im entsprechenden Öl schwimmen.

Geschmortes und Gekochtes mit Olivenöl:

Artischocken-Gericht

In Griechenland gibt es vielerlei im Topf zubereitete Speisen, insbesondere Eintöpfe etwa aus Hülsenfrüchten, aus reinem Gemüse (z.B. Artischocken mit Kartoffeln, Erbsen und Karotten) oder als Gemüse-Fleisch-Kombinationen (z.B. Schweine- oder Lammfrikassee mit Marouli). Es gibt sogar eine eigene Sparte an Gerichten, die wegen der Menge an Olivenöl "Öl-Speisen" (Laderá) genannt werden.
In all diese Topf-Gerichte kommt zu Anfang eine Bodenschicht an Olivenöl zum Anbräunen der Zwiebeln und zum Andünsten des Gemüses. In der Regel wird dann alles mit frischen geriebenen Tomaten fertig gegart und sodann wird in das fertig gekochte, von der Kochstelle genommene Essen noch etwa ein Schöpflöffel voll an nativem Olivenöl extra unterverrührt. So wirkt das Öl als Geschmacksgeber per se, quasi wie ein Gewürz und macht die Eintopfsoße so sämig und köstlich, wie man das aus der griechischen Küche kennt.

Braten und Fritieren mit Olivenöl:

In Griechenland wie in allen anderen Mittelmeerländern ist das Braten und Fritieren mit Olivenöl eine Selbstverständlichkeit, während Mittel- und Nordeuropäer sich immer wieder verunsichern lassen von dem Gerücht, Olivenöl sei dafür ungeeignet, weil angeblich gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt würden.
Das trifft so allgemein gesagt nicht zu. Richtig und wichtig ist lediglich, dass das Olivenöl in der Pfanne nicht zu stark erhitzt wird, was für alle Arten von Ölen gilt. Als Obergrenze gilt bei nativem Olivenöl extra generell der so genannte Rauchpunkt, also der Moment, bevor das Öl beginnt, Qualm zu entwickeln. Diesen Zeitpunkt abzupassen bringt eine gewisse Übung mit der Zeit mit sich. In Celsius gesprochen liegt dieser Rauchpunkt von klarem nativem Olivenöl extra bei rund 180°, bei einfachem Olivenöl (d.h. dem nicht extra nativem) bei ca. 230°, d.h. zum Fritieren eignet sich am besten Letzteres.

Tipp: Bei der Verwendung von Olivenöl sollte man immer zuerst die Pfanne erhitzen und erst dann das Öl hinein geben.

Mehr dazu lesen: www.haushaltstipps.net

Garen im Ofen mit Olivenöl:

Die griechische Küche kennt vielerlei Gerichte, die im Backofen gegart werden - selbstverständlich geschieht auch dies unter Zugabe von reichlich Olivenöl. Angefangen von reinen Gemüsepfannen, wie etwa Riesenbohnen (Gígantes) oder gefülltes Gemüse (Auberginen als sog. "Immám" oder Tomaten und Paprika als sog. "Jemistá") über das bekannte Mousaka bis hin zu Fleisch-Gerichten wie z.B. Giouvetzi (Rind-, Kalb- oder Lammfleisch mit Reisnudeln, den sog. Kritharákia; das Ganze nennt sich "Giouvetzi"). Auch bei allen Ofengerichten ist das Olivenöl das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i.

Olivenöl und seine sonstige Verwendung

  1. Als Massageöl: Mischen Sie Olivenöl und Zitronensaft im Verhältnis 1:1 und schon kann die Massage losgehen. Das Massageöl duftet nicht nur herrlich, es ist auch um einiges günstiger als gekauftes Massageöl.
  2. Als Badeöl: Füllen Sie etwas Wasser in eine Schüssel, geben Sie ein paar Tropfen Olivenöl dazu und dann noch einige Zitronenschalen oder Orangenschalen. Dann zwei bis drei Tage ziehen lassen und ab damit ins Badewasser. Die Haut wird es Ihnen danken.
  3. Als Haarkur: Hierzu brauchen Sie nur das reine Olivenöl. Ein bis zwei Esslöffel reichen aus. Diese Menge sollten Sie in Ihr Haar einmassieren und circa zehn Minuten einwirken lassen. Das Haar wird weich und glänzend. Und auch Ihre Augen glänzen, denn Sie haben jede Menge Geld gespart.
  4. Gegen Verstopfung: Setzen Sie etwas Olivenöl mit Pfefferkörnern an. Nehmen Sie anschließend etwa einen Esslöffel von dem Öl zu sich. Hierbei handelt es sich um ein sehr schnell wirkendes Hausmittel bei Verstopfung.
  5. Gegen Hühneraugen: Wenn Sie regelmäßig Ihr Hühnerauge mit einem Gemisch aus etwas Olivenöl und einen paar Spritzern Zitrone einreiben, dann wird dieses schnell wieder verschwinden.
  6. Gegen Sonnenbrand: Haben Sie sich einen Sonnenbrand eingefangen, dann sollten Sie Ihre Haut mit einer Mischung aus Olivenöl und Zitronensaft einreiben. So versorgen Sie das Gewebe von innen und außen mit Feuchtigkeit und wertvollen Mineralstoffen. Die Mineralstoffe sorgen dafür, dass der Heilungsprozess unterstützt und beschleunigt wird.
  7. Gegen Schuppen: Um Ihre strapazierte Kopfhaut zu beruhigen, sollten Sie diese mit etwas Olivenöl einreiben. Das Öl spendet Ihrer Kopfhaut Feuchtigkeit und sie hört auf zu jucken. Damit das Olivenöl seine Aufgabe erfüllen kann, sollten Sie es über einen längeren Zeitraum einwirken lassen.
  8. Gegen Mundgeruch: Spülen Sie Ihren Mund täglich mit einem Esslöffel Olivenöl aus. Das Olivenöl sorgt dafür, dass das Wachstum der Bakterien eingeschränkt wird. Diese können sich dann nicht mehr bzw. in nur einem sehr geringen Umfang vermehren.
  9. Gegen brüchige Fingernägel: diese regelmäßig mit Olivenöl einreiben.
  10. Gegen trockene Haut: Olivenöl direkt auf die Haut auftragen. Lassen Sie das Öl anschließend gut einziehen.
  11. Rissige Hände: Mischen Sie Olivenöl und Apfelessig zu gleichen Teilen. Reiben Sie nun Ihre Hände vor dem Schlafengehen damit ein und ziehen Sie sich dünne Baumwollhandschuhe an. Wenn Sie das täglich machen, dann wird Ihre Haut an den Händen wieder schön glatt und geschmeidig.
  12. Gegen Hornhaut: hilft ein Peeling aus Olivenöl und Zucker. Vermischen Sie beide Zutaten miteinander und tragen Sie das Peeling anschließend in kreisenden Bewegungen auf die Haut auf. Spülen Sie Ihre Füße danach mit lauwarmem Wasser ab.
  13. Zum Lackschuhe-Pflegen: Diese regelmäßig mit etwas Olivenöl einreiben. Lassen Sie das Öl einziehen und polieren Sie Ihre Schuhe anschließend mit einem weichen Tuch nach.
  14. Als Möbelpolitur: Wenn Sie zwei Teile Olivenöl mit einem Teil Zitronenöl oder Essig mischen, dann haben Sie damit eine perfekte Möbelpolitur. Geben Sie dieses Gemisch in eine Sprühflasche. Haben Sie es auf Ihre Möbel gesprüht, dann sollten Sie es nach circa zwei Minuten mit einem weichen Tuch abwischen.

Aufbewahren von Olivenöl

Wegen seiner Lichtempfindlichkeit sollten Sie Olivenöl nur in dunkler Flasche bzw. in blickdichtem Kanister abgefüllt kaufen. Dadurch hat man zwar leider die im Idealfall so schön grün bis goldgelb leuchtende Farbe des Öls nicht stets vor Augen, aber in lichtdurchlässigen Behältnissen werden Oxidationsprozesse ausgelöst, die den Geschmack des Öls verändern und dann auch dessen Haltbarkeit verringern, was zu vermeiden ist.

Aufbewahren, lagern bzw. hinstellen kann man ein gutes natives Olivenöl extra, wenn es denn in blickdichtem Gebinde ist - eben in dunkelglasiger Flasche oder in einem Kännchen aus Edelstahl oder auch aus Ton - durchaus in der Küche; es muss gar nicht unbedingt kühl stehen, wie oftmals behauptet wird. Keinesfalls sollte man es in den Kühlschrank geben, denn dann flocken seine Fettanteile ein, was zwar dem Öl nicht schadet, aber keinen Sinn macht.

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